DBV stampft erfolgreiche Jugendarbeit ein

Gestern habe ich auf meinem Facebook stream eine schockierende und gleichzeitig völlig unverständliche Nachricht vernehmen müssen:

Der Deutsche Baseball- und Softballverband (DBV) hat beschlossen, den seit vielen Jahren laufenden Kooperationsvertrag mit der Deutschen Baseballakademie (DBA) in diesem Jahr nicht zu verlängern. Bisher ist diese Anküdigung alleine auf der Website der DBA zu finden, hier wird jedoch leider nicht über die Gründe und Motivation berichtet, aber ich denke das der Baseball Kenner hier sicherlich direkt parallelen zu einem anderen Ereignis im abgelaufenen Sommer ziehen kann (Offener Brief der DBA).

Ich finde dies einen absoluten Skandal, man kann über die DBA und die Menschen dort denken was man will, aber das Ziel der DBA, den Baseball in Deutschland (und manchmal darüber hinaus) bekannter und besser zu machen und hat im besonderen einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung von talentierten Spielern geleistet und war eigentlich ein unverzichtbarer Bestandteil der Jugendarbeit des DBV.

Leider werden mit diesem Beschluss wieder eigene, wirtschaftliche sowie wahrscheinlich politische Interessen auf dem Rücken talentierter Spieler ausgespielt, welche nun keine Möglichkeit mehr haben, bessere Ballplayer zu werden und auch in frühen Jahren international Erfahrung zu sammeln.

Noch ist es völlig unklar wie es nun mit der Jugendarbeit in den U12 und U15 sparten weitergehen soll, aber das Niveau und die komplettheit der Ausbildung der DBA wird die Nachfolgeorganisation wohl erstmal nicht erreichen und die Chancengleichheit innerhalb des Sportes wird es ebenfalls nicht zugute kommen, wenn sich die Jugendarbeit nun nur noch auf die Academies in Regensburg und Haar richten wird, zumal dort auch bekannt ist, dass in Regensburg eigentlich alleine die Euro’s zählen um aufgenommen zu werden (also Abstriche in der Qualität) und Haar ohne Internat arbeitet. Auch die Academy in Paderborn wird hier von dieser Entscheidung nicht profitieren da der sowieso schon kleine Talentenpoule damit noch kleiner werden wird.

Im besonderen für den Norden der Republik wird es schwieriger überhaupt noch Talente zu fördern und Auszubilden denn die Academies in Regensburg/Haar sind in der praxis doch unerreichbar für viele Norddeutsche Talente und da in Regensburg eigentlich nur die Euro’s zählen, ist hier die chancengleichheit stark in Frage zu stellen da in einer ersten Instanz der Kontostand der Eltern über Aufnahme oder nicht Aufnahme entscheidet.

Ebenfalls wird der Norden der Republik in ein Leistungssporttechnisches Loch fallen, da nun auch die letzten zusätzlichen kooperativen Ausbildungsmöglichkeiten, welche es im Nordwesten der Republik gab (sprich Paderborn), wegfallen durch den Entzug des Mandates bei der DBA.

Alles in allem ein Schachzug des DBV welcher leicht zu durchschauen ist und welcher deutlich Sichtbar von politischen Sachen motiviert ist. In meinen Augen ein ganz grosser Skandal und mir völlig unverständlich.

Eine Anfrage bei der Pressestelle des DBV blieb bis dato unbeantwortet, ich hätte gern die Sichtweise des DBV ebenfalls in diesem Blog gerne geteilt, aber so bleibt die Berichterstattung nun doch etwas einseitig.

 

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